Pimpinone | Dinner for One

nr 213

© Joachim Flügel

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Zwei Kammeropern mit Musik von Telemann, Pergolesi und Händel

Ein Abend – zwei Einakter: Den einen kennen alle, und ohne ihn ist für die meisten der Jahreswechsel nicht perfekt. Der andere dürfte für viele eine unerhörte Überraschung sein. Und weil sich Gegensätze bekanntlich anziehen, verknüpft das Haus in der Max-Brauer-Allee beide Werke zu einem nahtlosen Ganzen. Barbara Hass hat dies in ihrer deutschen Textfassung möglich gemacht, erzählt eine stringente Geschichte. Ganz nebenbei wird dadurch die spannende Frage geklärt, was mit der Festgesellschaft passiert ist, warum Miss Sofie ihren Geburtstag Jahr für Jahr allein feiert…

Zur Handlung:

Der Restaurantbesitzer Pimpinone hat personelle Engpässe. Aus diesem Grunde stellt er Vespetta ein und heiratet sie kurz darauf. Flugs kehrt sie in ihrer neuen Rolle das Dienstverhältnis um, reißt die Leitung des Etablissements an sich und verwandelt ihren ehemaligen Chef in einen Untergebenen wider Willen.

Miss Sofie ist Stammgast im „Pimpinone“, lädt ihre Liebschaften regelmäßig dorthin ein und bringt sie in ebenso unschöner Regelmäßigkeit um die Ecke, wenn sie nicht nach ihrer Pfeife tanzen. Pimpinone und Vespetta, einander inzwischen in brennendem Hass vereint, finden zunehmend gefallen an Miss Sofies Vorgehensweise und beschließen unabhängig voneinander, ihrem mörderischen Beispiel zu folgen. Wem von beiden dies gelingt, über diese Frage dürfen die Zuschauerinnen und Zuschauer in der Pause – am besten natürlich beim viergängigen Opernmenü – spekulieren.

Der zweite Teil des Abends gehört dann ganz Miss Sofie, ihrem berühmten 90sten Geburtstag – und der Musik von Georg Friedrich Händel. Alle Protagonisten, ob des Lebens beraubt oder leibhaftiger Teil der Szenerie, kommen zur Sprache und gehen zur Sache. Tiger inklusive.

Fast 230 Jahre liegen zwischen den Uraufführungen der Stücke; ein bewährtes Team sorgt dafür, dass diese Distanz mühelos überbrückt wird: Ettore Prandi (Musikalische Leitung) sowie Andreas Franz (Regie). Wie gut das gelingt und vor allem klingt – das erleben Sie nur bei uns!

Ein Abend, zwei Einakter: Festlicher lässt sich die Zeit „vor, zwischen und nach den Jahren“ nicht gestalten! ◼︎ Musikalische Leitung: Ettore Prandi ◼︎ Assistent der Musikalischen Leitung: Martynas Stakionis  ◼︎ Regie: Andreas Franz ◼︎ Bühne und Kostüme: Lisa Überbacher ◼︎ Text und Bühnenfassung: Barbara Hass

© ALLEE THEATER – Hamburger Kammeroper 2016 // © Fotos: Julian Scheinkönig // © Szenenfotos: Joachim Flügel